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| Die Stadt Salzburg, |
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Doch gibt es wenig Einwohner hier, viele Gebäude stehen leer, manche sind nur noch von einer, höchstens zwei bis drei Familien bewohnt. Auf den Plätzen, deren es viele und schöne gibt, wächst zwischen den Pflastersteinen Gras, so wenig werden sie betreten..." Aus einem Brief Franz Schuberts vom 12. September 1825 an seinen Bruder Ferdinand.
Aus der "Salzburger Zeitung" 1860, anlässlich der Ankunft der mit österreichischen und Die Stadt Salzburg, die Eisenbahner und deren Musikverein
entlegenen, isolierten Stellung unserer Stadt, wo das Gras zwischen den Pflastersteinen wuchs, wurde eine Kulturmetropole von Weltrang.
Die Eisenbahner der Frühzeit mussten unter schwierigsten Bedingungen und unter ständigem Druck der Bahneigentümer ihren Dienst ausüben. Sie waren rechtlos, unterbezahlt und ohne sozialen Schutz. Wenn ein Eisenbahner heiraten wollte, benötigte er die Bewilligung der "Hohen Obrigkeit". Wie kein anderer öffentlicher Dienstzweig der österreichisch-ungarischen Monarchie wurden die Eisenbahner zur Erfüllung ihrer Berufspflichten und Erhaltung der Disziplin erzogen. {mospagebreak} "...Der 2 April 1892 ist ein geschichtlicher Tag für die Eisenbahner, denn er ist ihr Auferstehungstag. Es ist der Tag, an dem die Eisenbahner zum ersten Mal den Versuch unternahmen, sich aus eigener Kraft aus der geistigen Enge ihres Denkens zur Erkenntnis ihrer Menschenwürde und ihrer Staatsbürgerschaftsrechte herauszuarbeiten. An diesem Tage wurde die Geistesknechtschaft gebrochen..." Dies schrieb 40 Jahre später Magazineur Rudolf Müller, dessen persönlicher Einsatz Um die Jahrhundertwende schlossen sich dann die Eisenbahner zu einem "Allgemeinen Rechtsschutz und Gewerkschaftsverein" zusammen. Die Stadt Salzburg, die heute an die 150.000 Einwohner zählt, hatte 1920 etwa 37.000. Auf dem Domplatz wurde erstmals der "Jedermann" aufgeführt und die Salzburger Festspiele ins Leben gerufen. Der Bahnhof der Staatsbahn, einst im Dorfe Froschheim außerhalb der Stadtgrenzen gelegen, war durch die ständige Ausbreitung der Stadt längst zum wichtigsten Verkehrsknoten geworden, von dem aus auf verschiedenen Linien die Straßenbahnzüge der Lokalbahn, der Salzburger Eisenbahn- und Tramway Gesellschaft und der Salzkammergut Lokalbahn - Ischlerbahn verkehrten. In den Dienststellen der angeführten Bahnen war auch eine Reihe von Musikanten beschäftigt, die bislang bei verschiedenen Musikkapellen, vorwiegend bei der Gnigler-Musik, spielten. Als nun im Jahre 1920, dem allgemeinen Wunsch der Eisenbahnerschaft entsprechend, eine Gruppe von Funktionären um Gründungsobmann Oberschaffner Schmid daran ging, den Eisenbahner Musikverein ins Leben zu rufen, konnte Gründungskapellmeister Franz Hulan auf diese Musiker zurückgreifen und sie zu einer eigenen Blasmusikkapelle der Eisenbahner zusammenführen. Darüber hinaus wurde versucht, heimkehrende Musiker aus den Militär- und Volkswehrmusiken für den neuen Klangkörper zu gewinnen und nach Möglichkeit auch in den Bahndienst einzugliedern, sodass in kürzester Zeit eine leistungsfähige Musikkapelle mit etwa 25 Mann zur Verfügung stand. Dank einer erfolgreichen Vereinspolitik gelang es, einen Großteil der Eisenbahnerschaft als unterstützendes Mitglied zu werben und durch deren Beiträge den neuen Verein auch finanziell auf solide Beine zu stellen. Der Mitgliederstand betrug im Gründungsjahr bereits 2151 Personen. Die "Eisenbahnermusik" entwickelte sich sehr erfolgreich und erfreute sich bald großer Beliebtheit in Stadt und Land Salzburg und weit darüber hinaus. In den Wirren des 2. Weltkrieges kam es zwar zu einer kurzfristigen Auflösung des Vereines, jedoch konnten rührige Funktionäre wenige Monate nach Kriegsende die verbliebenen Musiker zu einer leistungsfähigen Kapelle zusammenführen und auch die Eisenbahnerschaft wieder für die Idee der eigenen Musikkapelle begeistern. Stellvertretend für viele andere sehr verdiente Funktionäre seien hier nur Kapellmeister Leopold Huemer und Obmann Bieder genannt. Unter ihrer Führung begann nach dem Krieg eine neue Erfolgsgeschichte. Eine umfangreiche Reisetätigkeit brachte den EMV Salzburg oft als kulturellen Botschafter Österreichs und als Werbeträger für den Österreichischen Fremdenverkehr in die verschiedensten Länder Europas. Natürlich war die Entwicklung unseres Klangkörpers immer auch eng mit der Entwicklung der ÖBB und auch der Gewerkschaftsbewegung verbunden. Empfänge, Betriebsfeiern, Jubiläen, Gewerkschaftstage, es gab fast keinen Anlass, zu dem der EMV Salzburg nicht das musikalische Rahmenprogramm beistellte. Vieles hat sich geändert seit der Gründung des Vereines, Funktionäre und Musiker sind abgetreten, andere sind dazugekommen, nur die Aufgaben und Ziele sind die gleichen geblieben. Auch heute ist der EMV Salzburg nach seinen Möglichkeiten bemüht, weiterhin gute Kulturarbeit zu leisten und damit Werbeträger des Unternehmens ÖBB zu sein. Aber den damals (1920) gesteckten Aufgaben und Zielen nachzukommen, wird durch die heutige Rationalisierung des Eisenbahnbetriebes und des damit verbundenen Personalabbaus (Eisenbahner sind unterstützende Mitglieder) immer schwieriger. Dazu kommt, dass die Entwicklung der Blasmusik gerade in letzter Zeit enorme Fortschritte bei der Instrumentierung (Oboe, Bassklarinette, Fagott u. Rhythmusinstrumente) gemacht hat und die Ansprüche nach Qualität der gespielten Literatur, Jugendausbildung etc. immer größer werden. Auch gut ausgebildete Kapellmeister gibt es nicht mehr zum Nulltarif. Rationalisierungen bei den ÖBB und steigende Aufwendungen: Gründe, an die Verantwortlichen bei der ÖBB und die Politiker der Stadt zu appellieren, die Kulturarbeit des Eisenbahner-Musikvereines Salzburg zu unterstützen. Eine Herausforderung an die Vereinsleitung. Zielsetzung unseres Vereines war und ist es, mit unserem Klangkörper in aller Öffentlichkeit Zeugnis abzulegen über den hohen Grad an Kultur und Kunstverständnis unter den Eisenbahnern. Eine große Aufgabe, die wir jedoch gerne wahrnehmen und für die es sich lohnt, sich zu engagieren. Textauszüge aus der Festschrift "75 Jahre Eisenbahner-Musikverein Salzburg", welche mit Hilfe des "Karl Steinocher-Fonds Salzburg" und unseresEhrenmitgliedes Josef Baumgartner erstellt wurde.
Aktueller Text: Obm. Peter Grundbichler
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